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Markus Karsch wird neuer Superintendent des Kirchenkreises An der Saar. Der 57-jährige Theologe aus St. Wendel setzte sich auf der Kreissynode in der Saarbrücker Congresshalle im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerber durch. Karsch war zuvor bereits seit 2018 Superintendent im Kirchenkreis Saar-Ost, der Anfang des Jahres mit dem Nachbarkirchenkreis Saar-West fusioniert war. Am Vorabend hatte Karsch bei verschiedenen Vorstellungsrunden für eine Gestaltung des Kirchenkreises auf Augenhöhe geworben. Dabei verwies er auf die Dienstgemeinschaft als biblisches Leitbild: „Dient einander, ein jeder mit den Gaben, die er empfangen hat“. Karsch wird seine achtjährige Amtszeit als leitender Geistlicher voraussichtlich im neuen Jahr antreten, die Einführung ist für den 30. Januar 2027 vorgesehen.
Zur hauptamtlichen Assessorin und damit seiner Stellvertreterin wählten die 148 Delegierten aus den 24 Kirchengemeinden und Einrichtungen Pfarrerin Juliane Opiolla (Bous). Dieses Amt hatte die 52-jährige im Kirchenkreis Saar-West inne, neben einem Gemeindepfarramt in Schwalbach. Opiolla war als einzige Kandidatin angetreten. Nun wolle sie den neuen Superintendenten darin unterstützen, ein „Wir-Gefühl“ unter den Kirchengemeinden im drittgrößten Kirchenkreis der Evangelischen Kirche im Rheinland zu fördern.
Kreissynodalvorstand und Landessynodale gewählt
Die Synode wählte außerdem Pfarrer Heiko Poersch (Dudweiler/Herrensohr) zum Skriba, Diakoniepfarrer Matthias Ewelt und Pfarrerin Andrea Sattler (Lebach-Schmelz) zu dessen Stellvertretungen sowie als weitere Mitglieder des Kreissynodalvorstands Dr. Michael Franz, Oliver Kremp-Mohr, Silke Schaum, Andreas Storb, Dr. Dieter Roth und Steffi Frohmann.
Den Kirchenkreis An der Saar bei der Landessynode vertreten bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode 2028 die Pfarrer Heiko Poersch und Daniel Storb sowie als nicht-theologische Abgeordnete Nina Berg, Silke Schaum und Miriam Wolf.
Finanzen und Verwaltung: Künftig Budgetierung statt Umlagen
Planbarer, transparenter und solidarischer sollen künftig die evangelischen Finanzmittel im Saarland verteilt werden. Zu diesem Zweck verabschiedete die Synode ein neues System der Kirchensteuerverteilung. An die Stelle einer Fülle von Umlagen zu unterschiedlichen Zwecken wird eine Budgetierung nach landeskirchlichem Vorbild treten. Für übergreifende Aufgaben sollen dem Kirchenkreis damit im kommenden Jahr 41 Prozent des Verteilbetrags der Kirchensteuermittel zur Verfügung stehen.
Eine wesentliche Änderung betrifft die Finanzierung der evangelischen Kindertageseinrichtungen im VEKiS (Vereinigte Evangelische Kitas im Saarland). Bislang wurde diese Arbeit über eine Umlage finanziert. Zukünftig werden alle Kirchengemeinden im Rahmen des Budgets zur Finanzierung beitragen, unabhängig davon, ob sie Kindertageseinrichtungen haben oder nicht. Begründet wurde dies damit, dass die frühkindliche Bildung als gesamtkirchliche Aufgabe gewertet wird. Bis 2030 sollen deshalb schrittweise alle Gemeinden gleichermaßen beteiligt werden.
Die Synodalen legten zugleich Wert darauf, dass in den kommenden Monaten ein umfassender Konsultationsprozess stattfindet. Dabei sollen nicht nur die frühkindliche Bildung, sondern auch die weitere soziale und diakonische Arbeit der Kirchengemeinden geprüft werden, um diese bei der künftigen Ausgestaltung der Budgetierung einbeziehen zu können. Zudem sollen Prozesse angestoßen werden, um den VEKiS bis zum Jahr 2030 in eine geeignete und zukunftsfähige Rechtsform zu überführen.
Zukunft der Evangelischen Studierendengemeinde
Einstimmig beschloss die Synode An der Saar, gemeinsam mit dem Kirchenkreis Trier eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Sie soll ein Konzept für eine Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Saarbrücken-Trier in Trägerschaft beider Kirchenkreise erarbeiten.
„Diese Entscheidung ist eine echte Chance, um in den kommenden Monaten unter maßgeblicher Beteiligung von Studierenden eine tragfähige, zukunftsweisende Form für die Präsenz der Evangelischen Kirche an den Universitäten der Region und für Studierende zu entwickeln“, freut sich Studierendenpfarrer Matthias Freudenberg über die Entscheidung, die Anfang November auf der Trierer Kreissynode noch bestätigt werden muss.
Das Konzept soll den Kreissynoden im Herbst 2027 zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Vorbehaltlich der Zustimmung kann die kooperative Struktur 2028 in Kraft treten. Damit würden die beiden Kirchenkreise die Landeskirche in der Trägerschaft der Studierendengemeinden an den Standorten Trier und Saarbrücken ablösen.
Für das Wohnheim der ESG am Saarbrücker Waldhausweg laufen derzeit Gespräche, dieses in andere Trägerschaft zu übergeben. Der Betrieb soll dadurch nahtlos fortgesetzt werden.
Der Kirchenkreis An der Saar ist zum 1. Januar 2026aus dem Zusammenschluss der bisherigen Kirchenkreise Saar-Ost und Saar-West entstanden. Er umfasst weite Teile des Saarlands mit Ausnahme des Saarpfalz-Kreises, des Ostertals sowie einzelner Gemeinden im nördlichen Landkreis St. Wendel. Mit derzeit ca. 110.000 Gemeindegliedern in 24 Kirchengemeinden (davon fünf Gesamtkirchengemeinden) ist er der drittgrößte Kirchenkreis in der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Sitz der Superintendentur ist Saarbrücken. Voraussichtlich im Januar 2027 tritt Pfarrer Markus Karsch als neuer Superintendent sein Amt an. Bis dahin wird der Kirchenkreis von einem Bevollmächtigtenausschuss unter dem Vorsitz von Pfarrer Christian Weyer geleitet.